Schwester

Ksenia Lapina

Schwester

SCHWESTER (Projekt von Ksenia Lapina) ist eine Porträtreihe über Frauen, die sich selbst als Muslima bezeichnen oder als solche von der Gesellschaft wahrgenommen werden. Einige von ihnen tragen Kopftuch, andere wiederum nicht. Eine Migrations-Vorgeschichte vereint sie alle, obgleich viele von ihnen gebürtige Berlinerinnen oder Hamburgerinnen sind und erst ein Teil von ihnen seit zwei Jahren in Deutschland lebt. Während die meisten von ihnen sich als Frauen fühlen, definieren sich Einzelne als queer. Und Muslima. Einige sind trotz gesellschaftlicher Ressentiments glücklich muslimisch zu sein, andere wiederum hadern mit der Religion, in die sie hineingeboren wurden. Kurzum, es sind Porträts einmaliger Persönlichkeiten, die etwas gemeinsam haben und dann doch sehr unterschiedlich sind. Es gibt sie nicht, die muslimische Frau. Vor allem nicht in der gesichtslosen Eintönigkeit der AfD-Wahlplakate. Keine allzu überraschende Erkenntnis, doch eine, der wir auf den Grund gehen sollten, findet Fotografin Ksenia Lapina, die sich von den starken Frauen, die ihr im Alltag begegnen, inspirieren ließ. Die Serie „Schwester“ wurden zum ersten Mal in der Gruppenausstellung der Ostkreuzschule von 19. bis zum 22. April 2018 im Projektraum des Kunstquartier Bethanien gezeigt. Die wesentliche Ergänzung zu der Ausstellung ist das Heft mit den Porträts und Interviews der 16 Protagonistinnen, die die Betrachter*innen zu einem Dialog einladen.